Vom Bildschirm zum Händedruck: Das PALADIN-Konsortium trifft sich in Budapest

Nach Monaten virtueller Zusammenarbeit trafen sich die sieben PALADIN-Partner am 12. und 13. Februar 2026 erstmals persönlich an der Andrássy Universität Budapest – und verließen die Stadt mit einem klaren Fahrplan zum Schutz älterer Erwachsener in der digitalen Finanzwelt.

Budapest. Verspielte Stuckverzierungen an der Decke, ein Kristallleuchter über dem Kopf und zehn Menschen aus fünf Ländern, die zum ersten Mal gemeinsam an einem Tisch sitzen – der Ballsaal der Andrássy Universität Budapest war ein ungewöhnlicher Ort für ein Treffen über Smartphone-Banking und Phishing-Betrug. Doch genau dieser Kontrast trifft den Kern von PALADIN: Brücken bauen zwischen Alt und Neu.

Am 12. und 13. Februar 2026 kam das vollständige PALADIN-Konsortium zu seinem ersten Transnationalen Projekttreffen zusammen. Nach dem virtuellen Kick-off im Dezember war dies der Moment, in dem aus Plänen Verbindlichkeiten wurden und aus Videocall-Bekanntschaften echte Zusammenarbeit entstand.


Persönliche Begegnung als Fundament der Zusammenarbeit

Der gesamte erste Vormittag gehörte dem gegenseitigen Kennenlernen. Jede Partnerorganisation hatte fünf Minuten, um sich und ihren Beitrag zum Projekt vorzustellen – von der langjährigen Erfahrung der Universität Bamberg in der Berufsbildungsforschung über die tägliche Arbeit der Gemeinde Benetússer mit erwachsenen Lernenden in Valencia bis hin zur Expertise der Reykjavik University in Finanzkompetenz und der Erfahrung von Simbioza Genesis im intergenerationellen digitalen Training in Slowenien.

Was folgte, war weniger konventionell: eine Speed-Dating-Runde, bei der die Teilnehmenden in kurzen Einzelgesprächen rotierten. „Europäische Projekte stehen und fallen mit der Qualität der persönlichen Beziehungen”, so Projektkoordinator Prof. Karl-Heinz Gerholz von der Universität Bamberg. „Die formalen Strukturen zählen, aber genauso wichtig ist es, zu wissen, mit wem man zusammenarbeitet.”


Der Bauplan: Von der Idee zum Curriculum

Den Großteil der zwei Tage widmete das Konsortium dem Arbeitspaket 2 – der Entwicklung des PALADIN-Curriculums. In Workshop-Sitzungen, die sich über beide Nachmittage und den zweiten Vormittag erstreckten, wurden die Partner konkret: Wer macht was? Bis wann? Und woran messen wir den Erfolg?

Das Ergebnis ist ein detaillierter Entwicklungsplan für ein Blended-Learning-Programm, das Babyboomer und die Generation X befähigen soll, digitale Finanzdienstleistungen sicher zu nutzen. Das Curriculum wird alles abdecken – vom Erkennen von Phishing-Versuchen bis zum Verständnis von Mobile Banking – immer mit dem Ziel, Zuversicht statt Angst aufzubauen.

Meilensteine wurden gesetzt, Verantwortlichkeiten verteilt, Erfolgskriterien definiert. Die ersten Entwurfsmaterialien werden bis Mitte 2026 erwartet.


Die Botschaft nach außen tragen

Am zweiten Tag nahm sich das Konsortium auch die Kommunikations- und Verbreitungsstrategie vor. Die Partner einigten sich auf Kernbotschaften, identifizierten Zielgruppen über den unmittelbaren Projektkreis hinaus und kartierten Verbreitungskanäle – von wissenschaftlichen Konferenzen bis hin zu lokalen Gemeinschaftsveranstaltungen.

Die Projekt-Website, auf der Sie gerade diesen Artikel lesen, war selbst Diskussionsthema, ebenso wie Pläne für Social-Media-Aktivitäten und Stakeholder-Einbindung in allen fünf Partnerländern.


Wie es weitergeht

Das PALADIN-Team verlässt Budapest mit einem vollen Aufgabenkatalog. Die Curriculumsentwicklung beginnt sofort, mit regelmäßigen virtuellen Abstimmungen, um den Schwung beizubehalten. Das nächste Präsenztreffen wird das Konsortium später in diesem Jahr wieder zusammenbringen, um Fortschritte zu prüfen und erste Materialien zu erproben.

Vorerst steht das Fundament. Sieben Organisationen, fünf Länder, eine gemeinsame Überzeugung: dass ältere Erwachsene etwas Besseres verdienen, als von der digitalen Transformation des Finanzwesens abgehängt zu werden.

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PALADIN Kick-Off Präsentation (PDF)

Das PALADIN-Projekt wird von der Europäischen Union über das Erasmus+-Programm (KA220-ADU) kofinanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können für sie verantwortlich gemacht werden.