Warum finanzielle Bildung die beste Schuldenprävention ist
Seit über 40 Jahren gibt es psychosoziale Schuldenberatung in Deutschland. Ein Blick auf die Ursachen von Überschuldung und warum finanzielle Bildung entscheidend für Prävention ist.
Psychosoziale Schuldenberatung durch die Wohlfahrtsverbände gibt es in Deutschland seit mehr als 40 Jahren. Doch warum sich Menschen überschulden, hat sich in den letzten Jahren verändert: Möglichkeiten wie „Buy now, Pay Later” (BNPL) haben sich stark ausgebreitet und sind heute fast schon „Standard” geworden – ohne dass die Gefahren dahinter wirklich durchschaut werden.
Wenn aus Verschuldung Überschuldung wird
Welche Gründe sorgen dafür, dass sich Verschuldung in Überschuldung wandelt – und Schuldner:innen in ganz Deutschland sich an Beratungsstellen wenden?
In der Bundesstatistik für Überschuldung führen drei Gründe seit Jahren die Statistik an:
Die drei häufigsten Ursachen für Überschuldung
- Arbeitslosigkeit
- Krankheit
- Trennung / Scheidung
Immer dann, wenn unvorhergesehene Ereignisse im Leben eintreffen, werden finanzielle Pläne und Lebenskonzepte eventuell nicht mehr haltbar – finanzielle Verbindlichkeiten können nicht mehr eingehalten werden.
Corona als Weckruf
Die Corona-Pandemie ab 2020 hat gezeigt, wie schnell die eigene wirtschaftliche Situation ein- oder wegbrechen kann. Kurzarbeit in Firmen oder Selbstständigkeiten, die von heute auf morgen nicht mehr ausgeübt werden konnten, haben selbst Menschen, die gut vorgesorgt hatten, in existenzielle Bedrohung gebracht.
Die zentrale Forderung: Finanzielle Bildung für alle
Wer die Angebote der Schuldenberatungsstellen in Deutschland verfolgt und den Zusammenschluss der Beratungsstellen – z. B. in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Schuldenberatungsstellen oder ähnlichen Gremien – im Blick hat, findet eine Forderung immer wieder:
Finanzielle Bildung in Schulen – Finanzprävention, Schulungen und Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene – muss flächendeckend ausgebaut werden und für alle zugänglich sein!
Nur wer Informationen darüber hat, wie sein eigenes Budget für den Monat und das Jahr aussieht, und sich bewusst ist,
- wie Impulskontrolle das Einkaufsverhalten beeinflusst,
- wie Werbung für Konsum funktioniert, und
- wie psychologische Beeinflussung bei der Gestaltung z. B. von Supermärkten eingesetzt wird,
kann nachhaltig und bewusst finanzielle Entscheidungen treffen, die auf die eigene finanzielle Stabilisierung ausgerichtet sind.
Fazit
Mehr Wissen, mehr Kompetenz über die eigenen Finanzen – das wäre wünschenswert!
Das PALADIN-Projekt wird von der Europäischen Union über das Erasmus+-Programm (KA220-ADU) kofinanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können für sie verantwortlich gemacht werden.