Wenn die Bankfiliale schließt: Digitale Finanzen und ältere Erwachsene in Slowenien

PALADIN-Partner Simbioza Genesis untersucht, wie der rasante Wandel zum Mobile Banking in Slowenien die Finanzlandschaft für ältere Erwachsene verändert -- und warum digitale Kompetenz der Schlüssel ist, damit niemand zurückgelassen wird.

Ljubljana. In Slowenien verwalten inzwischen 76 Prozent der Internetnutzer ihre Finanzen über eine Mobile-Banking-App — doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. Bankfilialen schließen, besonders in ländlichen Gebieten, und das Smartphone ist zur wichtigsten Eingangstür zu den persönlichen Finanzen geworden. Für jüngere Generationen fällt dieser Wandel kaum auf. Für viele ältere Erwachsene ändert er alles.

Ein neuer Artikel des PALADIN-Partners Simbioza Genesis untersucht genau, was diese Transformation in der Praxis bedeutet — und was nötig ist, damit auch ältere Bürgerinnen und Bürger sicher und selbstbewusst in der digitalen Finanzwelt navigieren können.


Ein Land im Umbruch

Slowenien gehört nicht zu den schnellsten digitalen Vorreitern Europas, aber der Abstand schrumpft rasant. Nach Daten der Europäischen Zentralbank und Eurostat nutzten 2023 durchschnittlich 78 Prozent der EU-Internetnutzer aktiv Online-Banking, 65—70 Prozent davon Mobile Banking. Während Skandinavien und die Niederlande mit über 90 Prozent führen, holen mittel- und südeuropäische Länder wie Slowenien schnell auf.

Die Folgen sind spürbar: Physische Bankfilialen verschwinden, besonders in ländlichen Gemeinden, in denen viele ältere Menschen leben. Banken betrachten digitale Kanäle als ausreichend; für diejenigen, die nicht über die Fähigkeiten oder das Vertrauen verfügen, diese zu nutzen, kann der Verlust einer lokalen Filiale den Verlust des Zugangs zu grundlegenden Finanzdienstleistungen bedeuten.


Die Zahlen erzählen zwei Geschichten

Einerseits ist der Fortschritt real. Nutzer über 50 machen in Slowenien bereits mehr als ein Viertel aller Mobile-Banking-Nutzer aus — ein Anteil, der schnell wächst. Mobile Apps sind längst keine exklusive Domäne der Jungen mehr.

Andererseits zeigt die Forschung durchgängig, dass die Finanzkompetenz älterer Erwachsener niedrig bleibt. Viele haben nur begrenztes Wissen über moderne Finanzprodukte, was sie anfälliger für Betrug macht — und es unwahrscheinlicher, dass sie die verfügbaren Werkzeuge voll ausschöpfen. Laut Europol richten sich bis zu 80 Prozent des Online-Finanzbetrugs gegen Menschen über 60. Die häufigsten Bedrohungen: betrügerische Bank-E-Mails, gefälschte Anrufe vermeintlicher Finanzberater und gefälschte Websites.


Die Sicherheit ist hoch — aber Vertrauen muss erst wachsen

Eine gute Nachricht: Slowenische Banken schneiden bei der Sicherheit überdurchschnittlich ab und setzen auf Zwei-Faktor-Authentifizierung, Biometrie, Verschlüsselung und Sicherheitszertifikate. Sprachbarrieren senken die Betrugsrate zusätzlich im Vergleich zu größeren EU-Ländern.

Doch eine starke Infrastruktur allein reicht nicht aus. Studien zeigen, dass viele ältere Erwachsene digitale Plattformen lieber ganz meiden — sie empfinden sie als komplex oder riskant, manchmal ohne konkreten Grund. Vertrauen aufzubauen erfordert mehr als sichere Systeme; es braucht Bildung, Praxis und Unterstützung.


Was Simbioza dagegen unternimmt

Bei Simbioza Genesis setzt man auf praktisches Handeln. Die Organisation führt Workshops zur digitalen Kompetenz durch, die speziell für ältere Erwachsene in ländlichen Gemeinden konzipiert sind — genau dort, wo die Schließung von Filialen am härtesten trifft. Die Teilnehmenden lernen, digitale Banking-Tools sicher zu nutzen, mit Fokus auf das Erkennen von Betrug, das Verstehen von Datenschutzeinstellungen und den schrittweisen Aufbau praktischer Sicherheit.

Diese Workshops werden auch Teil des breiteren PALADIN-Curriculums. Das von Erasmus+ geförderte Projekt zielt darauf ab, Babyboomer und die Generation X mit den Fähigkeiten auszustatten, digitale Finanzrisiken zu bewältigen — durch eine Kombination aus Bildung, nutzerfreundlichem Servicedesign und intergenerationeller Unterstützung.


Das große Ganze

Finanzkompetenz ist kein Luxus — sie ist essenziell, damit ältere Erwachsene sicher und selbstständig leben können. Wie der Artikel zusammenfasst: Mehr Bildung, zugänglichere digitale Dienste und stärkere intergenerationelle Unterstützungsnetzwerke sind nötig, damit die digitale Transformation des Finanzwesens für alle zur Chance wird — und nicht zur Barriere für die Verletzlichsten.

Der vollständige Artikel steht unten zum Download bereit.

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Finanz- und Digitalkompetenz für ältere Erwachsene -- Der Fall Slowenien (PDF)

Das PALADIN-Projekt wird von der Europäischen Union über das Erasmus+-Programm (KA220-ADU) kofinanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können für sie verantwortlich gemacht werden.